hfg-projekt

 

Performativer Audiowalk
in der Hochschule für Gestaltung

DO 25.11.2021, 19.30 Uhr
FR 26.11.2021, 18 + 20.30 Uhr
SA 27.11.2021, 18 + 20.30 Uhr

kultursommer.ulm.de – Projekt Performativer Audiowalk hfg-projekt, Header

Im November steht eine Premiere in den Räumen der ehemaligen Hochschule für Gestaltung an: Das „hfg-projekt“ ist ein theatraler Audiowalk, der durch Geschichte der Hochschule für Gestaltung führt. Zwei Schauspieler:innen und eine Tänzerin werden in der von der Baden-Württemberg-Stiftung und der Bundeskulturstiftung geförderten Performance zu sehen sein. An fünf Terminen vom 25. bis 27.11. wird in rund 75 Minuten eine eigene Historie der HfG entworfen: das Kollektiv schubert-stegemann, das sich aus den Schauspielerinnen und Theatermacherinnen Nicola Schubert (zuletzt Theater Ulm) und Karoline Stegemann (zuletzt Staatstheater Augsburg) zusammensetzt, erarbeitet Text und Inszenierung.

Nicola Schubert und Karoline Stegemann übertragen die HfG ins 21. Jahrhundert und in eine eigene Geschichte, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sondern Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen lässt. An der Schnittstelle von Theater, Tanz, Video und Audio erscheinen die verschiedenen Akteur:innen, die die HfG prägten oder ihr vorangingen: Sophie Scholl, Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und Max Bill sind nur einige der Persönlichkeiten, die an diesem Abend zu Figuren werden. Diese „Geister“ der HfG treten auf, um sie zu heutigen gesellschaftlichen Vorgängen zu befragen.

Im Zentrum stehen der Beginn der HfG und ihr Scheitern. Die HfG wollte sich nach den Erfahrungen der Ideologien des Nationalsozialismus und Kommunismus von der Welt der Ideen, der Sprache und der Demagogie abwenden. Sie wollte das „Glück“ in der Form suchen, in der Gestaltung, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet. Das Vorhaben scheiterte 1968 schließlich. Was aus Idealismus und mit dem Anspruch an Innovation begann, zerbrach an Kompromisslosigkeit. Was wird aus Erneuerer:innen, wenn die Zeit vergeht und das Neue das Alte geworden ist? Was können wir anhand des Beispiels HfG über frühere und gegenwärtige gesellschaftliche Konflikte lernen? Die Geschichte der Hochschule ist eine Geschichte des 20. Jahrhunderts, genauer: eine Geschichte der demokratischen Selbstermächtigung, der Moderne, aber auch des Scheiterns. So zahlreich und widersprüchlich die schon fast mythisch anmutenden Geschichten über die HfG sind, so mosaikhaft ist auch das Feld, das an diesem Abend eröffnet wird.

 

Veranstaltung im Gebäude der ehemaligen Hochschule für Gestaltung Ulm, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm
Karten zum Preis von 15 Euro im VVK beim HfG-Archiv (ab 9. November 2021), per Telefon 0731 161 4370 oder an der Abendkasse.
Barrierefreier Zugang. Aktuell ist mit einer 2G-Regelung geplant.